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Welche Technologie passt am besten für welche Anwendung?

Sensoren - Smart Cameras - Industriekameras - Embedded Vision?

Manchmal macht eine kleine Entscheidung einen großen Unterschied:
Kann ich meine Aufgabe mit einer Smart Kamera lösen? Brauche ich die Flexibilität einer Industriekamera, oder könnte auch ein einfacher Sensor die Aufgabe lösen?

In diesem Artikel möchte ich aufzeigen, in welchen Szenarien jede Technologie ihre Stärken ausspielt und welche Lösung die Passende für die jeweilige Herausforderung ist.

camera system checking quality


Wenn mich jemand fragt, welche Technolgoie er einsetzen soll, ist meine Antwort einfach (und ändert sich auch nie)

ES KOMMT DARAUF AN

Sensoren: Schnell und robust

Ideal für einfache Ja/Nein-Entscheidungen, niedrige Auflösung und grundlegende Anwendungen. Schnell eingerichtet, leicht zu bedienen. Besonders geeignet für Anwendungen die keine hohe Rechenleistung erfordern. Wenn alles was Sie brauchen, einfache Trigger Funktionen sind, ist ein Sensor oft die cleverste Wahl.

Smart Kameras: Kompakt und leistungsfähig

All-in-One-Geräte, die Kamera, Prozessor und Bildverarbeitung kombinieren. Ideal für das Lesen von Barcodes und einfache bis mittelkomplexe Aufgaben wie z. B. 2D-Roboterführung in beengten Umgebungen oder den Standalone-Betrieb. Nachteile: begrenzte Anpassungsmöglichkeiten, Flexibilität und Skalierbarkeit; zudem bleibt die Rechenleistung der limitierende Faktor.

Industriekameras: Flexibel und skalierbar

Die richtige Wahl für komplexe oder wachsende Projekte. Bei niedriger Auflösung und einfachem PC oft günstiger als Smart Cameras. Systeme die hochauflösende oder schnelle Kameras mit leistungsstarken PCs kombinieren bieten umfangreichen Sensor- und Optikoptionen und können fast jede Anwendung abdecken. Ideal für Multi-Kamera-Systeme und hochauflösende Inspektionsaufgaben. Allerdings nicht „Plug & Play“, dafür aber äußerst flexibel und bei größeren Stückzahlen sehr kosteneffizient.

Embedded vision: Perfekt für Serienanwendungen

Kompakte ARM- oder Xavier-basierte Systeme mit Industriekamera-Flexibilität im Miniaturformat. Die Integration dauert länger, die Sensoren Auswahl ist begrenzt, Triggerung und Timing können komplexer sein. Vorteil: volle Kontrolle über Systemdesign, optimal für spezifische Preis- und Leistungsanforderungen. Sehr kosteneffizient und ideal für Edge Computing und IoT.

Auch wenn diese erklärungen kompliziert klingen, gibt es einen einfachen Weg zur richtigen Entscheidung:

Das Wichtigste zuerst: Beleuchtung optimieren! Die beste Kamera hilft nichts, wenn die Beleuchtung falsch ist!

Sensoren / Smart Kamera können meist ausgeliehen werden und lassen sich einfach testen. Wenn Sie Ihre Anwendung innerhalb von 1–2 Tagen im Labor zum Laufen bringen, passen diese Systeme wahrscheinlich. Wenn es nicht in 1-2 Tagen funktioniert, abbrechen! Die Software dieser Systeme ist begrenzt und wenn es unter Laborbedingungen nicht reibungslos funktioniert, wird es in der Produktionsumgebung noch schwieriger.

Wenn die oben genannten Schwierigkeiten auftreten, sind Industriekameras die richtige Wahl. Konsultieren Sie in diesem Fall Spezialisten, um die passende Software auszuwählen. Besonders bei Multi-Kamera-Systemen können Industriekameras sehr kosteneffizient sein.

When Ihre Anwendung 50+ Mal identisch wiederholt werden soll oder niedriger Stromverbrauch wichtig ist, können Embedded Systeme die Lösung sein. Faustregel: Erst einen Prototyp mit Industriekameras bauen, die Anwendung zuverlässig zum Laufen bringen. Erst wenn klar ist, dass keine Funktionen mehr geändert werden und Auflösung, Datenraten und Rechenleistung klar sind, auf Embedded wechseln. Wie bei Industriekameras ist es ratsam, einen Spezialisten zur Auswahl der passenden Embedded Plattform zu Rate zu ziehen.

Quick comparison table

Sensoren

Smart Kameras

Industriekameras

Embedded Vision

+ einfache Anwesenheitskontrolle/Distanzmessung
- keine Bildverarbeitung oder Visualisierung

+ platzsparend, autonome Inspektionen
- weniger flexibel, niedrige geschwindigkeit, begrenzte Auflösung/Anpassung

+ kosteneffizient, komplexe, skalierbare Hochleistungssysteme
- höherer Einrichtungsaufwand, mehr Initialaufwand

+ 50+ Anwendungen, kompakt, stromsparend, Embedded Bildverarbeitung
- sehr hoher Integrationsaufwand, geringere Auswahl an Sensoren/Komponenten

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Auswahl von Bildverarbeitungssystemen bisher gemacht? Sind Sie auch schon auf die hier beschriebenen Einschränkungen gestoßen?

Patrick Gailer, phil-vision